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Dienstag, 03. November 2009

Salle Modulable – Das Establishment diktiert


Ein „Reiche-Leute-Club“ will der Stadt Luzern die Kulturpolitik diktieren. Keinen Platz in deren Vorstellungsvermögen hat die alternative Kultur, insbesondere die Musikszene. Als Feigenblatt soll das Freie Theater hinhalten. Der Bericht zur Salle Modulable zeigt die Überheblichkeit einer erlauchten Gruppe und die Ignoranz des Stadtrates.

 

Der Bericht zur Salle Modulable zeigt: Die Stadt kümmert sich keinen Deut mehr um die alternative Musikszene. Im alleinigen Fokus stehen Opern und Sinfoniekonzerte, für welche sich primär eine reiche Oberschicht interessiert, die sich aber 95% der LuzernerInnen nicht leisten können bzw. schlicht kein Interesse haben. Dies will die Stadt kaschieren,  indem sie der Freien Theaterszene nach der einseitigen Bevorteilung bei der Vergabe des Südpols noch weitere Unsummen nachwirft (1-1.5 Millionen Franken).

Kriegserklärung an die alternative Musikszene
Dies steht im Kontext vom rasanten Verschwinden von nicht etablierten Veranstaltungsstätten. Es gab einmal eine Zeit, als der Begriff „Kulturkompromiss“ für die Stadt Luzern noch eine Bedeutung hatte und gelegentlich auch daran gedacht wurde. Geblendet aber von den 100 Millionen eines dubiosen „Gönners“, der seine kulturellen Bedürfnisse gerne befriedigt sähe, präsentiert der Stadtrat einen 63-seitigen Bericht, während ihn die fehlenden Räume nicht kümmern und keine Initiative in der Wiederbeschaffung solcher zeigt. Bei Missstände wirken die Interessen einer kleinen, aber finanzkräftigen Gruppe und deren Utopien völlig deplatziert. Sofern die Stadt Luzern keine Ansätze zeigt, dem Kulturkompromiss Rechnung zu tragen, wird die JUSO Luzern die Salle Modulable mit allen Mitteln bekämpfen.

Standortfrage als Wunschkonzert
Insbesondere, wenn dieser „Reiche-Leute-Club“ auch noch in alter patrizischer Manier von der Stadtluzerner Bevölkerung Baugelände in der eh schon dicht bebauten Innenstadt einfordert. Urban zu denken heisst für uns auch, dass man bereit ist, die Agglomeration in die Überlegungen einzubeziehen. Eine echte Prüfung solcher Standorte ist aber im Bericht nicht ersichtlich und lässt die Vermutung aufkommen, dass diese nur pro Forma kurzzeitig ins Spiel gebracht wurden. Es kann nicht sein, dass die Stadt Luzern zu einem Getto der etablierten Kultur wird und die alternative Kultur nur noch in der erweiterten Agglo stattfinden darf.

JUSO Luzern, 03.11.2009