Dienstag, 02. März 2010
Pro Jugendkultur – Nein zum Verbot von „Killergames“
Die JUSO Kanton Luzern verurteilt die Bestrebungen, so genannte „Killergames“ zu verbieten. Wie heute in der Neuen Luzerner Zeitung zu lesen war, soll auch der Kanton Luzern eine Kantonsinitiative für ein Verbot von „Killergames“ einreichen. Die JUSO Kanton Luzern lehnt ein solches Verbot, wie in der Motion von SP-Kantonsrätin Jacqueline Mennel gefordert, entschieden ab. Einen Ausbau des Kinder- undJugendmedienschutzes sowie verbindliche Altersgrenzen befürworten wir hingegen klar. Die JUSO Schweiz hat zu diesem Thema die Online-Petition „Pro Jugendkultur“ lanciert.
Über 80% der männlichen Jugendlichen spielen solche „Killergames“. Die sehr grosse Mehrheit von ihnen und allen anderen Gamern kann mit dem Spielen von Videogames und der Trennung von Spiel und Realität problemlos umgehen. Alle diese Personen werden mit dem Verbot kriminalisiert und es wird ihnen eine Freizeitbeschäftigung weggenommen. Ein generelles Verbot stellt die Mündigkeit von Jugendlichen in Frage. Zudem entwickelt sich rund um die Videospiele eine lebhafte Jugendkultur, beispielsweise mit LAN-Parties.
Der Begriff „Menschen und menschenähnliche Wesen“, wie in der Motion erwähnt, ist unklar und weit gefasst. Es gibt bei solchen Spielen enorme Unterschiede und es wäre dabei fraglich, wie weit das Verbot greifen würde. Mit den heutigen technischen Möglichkeiten ist es kein Problem, Games aus dem Internet zu beziehen und damit das Verbot zu umgehen. Auch für den Schwarzmarkt wäre Tür und Tor offen.
Wir unterstützen hingegen das zweite Ziel der Motion: Einen einheitlichen und umfassenden Kinder- und Jugendmedienschutz in der Schweiz zu gewährleisten. Auch würden wir es begrüssen, wenn die Altersgrenzen verbindlich durchgesetzt würden und somit der Zugang zu gewaltverherrlichenden Spielen für Kinder und Jugendliche erschwert würde. Anstelle eines Verbots wären Sensibilisierungs-Kampagnen zu Mediengewalt denkbar und vor allem sollen Kinder früh (bereits in der Primarschule) den Umgang mit elektronischen Medien und ihren Chancen und Gefahren lernen. Dies wird eine grosse Herausforderung der Zukunft sein.
Ebenfalls würden wir die Einrichtung und Förderung von Medienberatungsstellen befürworten, an welche sich zum Beispiel die Eltern wenden könnten. All diese Bemühungen würden mit einem generellen Verbot aber hinfällig und sogar torpediert und verunmöglicht. Die JUSO Kanton Luzern lehnt ein Verbot von Videogames
klar ab.
02.02.2010, JUSO Kanton Luzern