Dienstag, 23. Februar 2010
Postulat
Platz für Jugendkultur in Luzern Nord – wo bestehen Chancen?
Die Kulturdebatte in Luzern ist im vollen Gange. Der Kulturkompromiss steht vor seiner unumgänglichen Wiedergeburt. Mit der berechtigten Diskussion um Standorte für Alternativkultur im Zentrum Luzerns, sollte das Potenzial der fusionierten Gemeinde Littau nicht ganz ausser Acht gelassen werden, da hier nur sehr wenig Angebote für junge Menschen zur Verfügung stehen. Die Midnightsports-Veranstaltungen im Schulhaus Ruopigen sind rege besucht und stossen dank der grossen Nachfrage schon fast an ihre Grenzen. Das Crazyhouse ist seit einigen Jahren der einzige Treffpunkt für Jugendliche im Umkreis Littau/Reussbühl. Die Stadt Luzern hat erfolgreiche Projekte wie das Treibhaus realisiert, ein Haus, das von Jugendlichen und jungen Erwachsenen sehr geschätzt wird. Es ist klar, dass das jugendkulturelle Angebot in Luzern Nord momentan nicht ausreicht und nicht ausreichen wird, gerade in Anbetracht weiterer Fusionspläne mit der Gemeinde Emmen.Wenn Jugendliche in ihren Quartieren auf Jugendtreffs treffen, sind sie automatisch weniger Gefahren ausgesetzt. Bei einer Nutzung von betreuten Ausgehmöglichkeiten vermindert sich das Gewalt- und Suchtpotenzial und so können Jugendliche sich aktiv engagieren, kreativ
und initiativ werden.
Die Stadt Luzern hat dank Littau grössere Liegenschaften (Rothenring, Grossmatte, Reusszopf, Fluhmühle) dazu gewonnen, auf denen sich Gebäude befinden, die sich für eine jugendkulturelle Nutzung eignen und die den Fusions- und Integrationsprozess bei einer solchen Nutzung fördern würden. Die zu prüfenden Liegenschaften sollen für die BesucherInnen und NutzerInnen gut erschlossen sein und möglichst eine Zentrumsfunktion für Luzern Nord übernehmen. Nur so kann ein kreativer Austausch, genügend Freiraum und schlussendlich ein Angebot in Luzern Nord für Jugendkultur entstehen.
Der Wichtigkeit der Integration, Durchmischung und Umgestaltung der neugewonnenen Stadtteile in Littau und Reussbühl ist grösste Beachtung zu schenken. Diese Entwicklung kann sich nämlich positiv auf das Quartierleben und die Kulturlandschaft auswirken. Daraus entwickeln sich bestenfalls wertvolle belebte Viertel und Treffpunkte.
Um dem Versprechen der Stadt (Gesamtplanung 2009–2013, Stossrichtung A0: „Die Stadt nutzt konsequent die Chancen, welche die räumliche Erweiterung des Stadtgebietes durch die Fusion mit Littau bietet, insbesondere in der Raum- und Verkehrsplanung. Sie stellt damit die rasche, umfassende Integration der Stadtteile sicher“) Nachdruck zu verleihen, bittet die SP/JUSO-Fraktion den Stadtrat,
1. aufzuzeigen, was getan wird, um die jugendkulturelle Entwicklung in Luzern Nord zu fördern und zu deren Bedeutung für die fusionierte Stadt Luzern und die betroffenen Quartiere Stellung zu nehmen;
2. im Hinblick auf weitere Fusionsentwicklungen in Luzern Nord das Potenzial bestehender Industrie- und Mischzonen in Littau und Reussbühl für eine Nutzung im Bereich Jugendförderung zu prüfen und aufzuzeigen;
3. die Gespräche mit den betroffenen InteressentInnen und BesitzerInnen baldmöglichst aufzunehmen.
Nina Laky
namens der SP/JUSO-Fraktion