Mittwoch, 29. Januar 2003
Unmenschlich und sinnlos
"Kanton sucht an Schulen nach Illegalen", Ausgabe vom 17. JanuarDie Luzerner Volksschulen sollen in Zukunft alle Kinder, deren Eltern über keinen legalen Aufenthaltsstatus verfügen, dem Amt für Migration melden, damit diese ausgeschafft werden könne. Der Luzerner Regierungsrat Markus Dürr möchte mit dieser Massnahme härter gegen straffällige Asylbewerber vorgehen. Um ein oder zwei Sans-papiers-Familien ausschaffen zu können, nimmt er mutwillig in Kauf, dass deren Kinder nicht einmal mehr die Primarschule besuchen können, da es für die Eltern zu riskant wird, ihre Kinder in die Schule zu schicken. Dass Herr Dürr damit gegen die schweizerische Bundesverfassung (von diversen Menschenrechten einmal ganz zu schweigen) mit dem verankerten Anspruch auf Grundschulunterricht verstösst, scheint ihn nicht zu stören.
Am schlimmsten ist, dass diese Massnahme gar nichts bringen wird, da sich die betroffenen Kinder künftig zu Hause verstecken müssen und so auch nicht von den Schulbehörden angezeigt werden können. Herr Dürr möchte sich wohl seine Wiederwahl auf Kosten der Allerschwächsten dieses Kantons sichern.
Marcel Budmiger, Luzern
Quelle: Neue Luzerner Zeitung, 29.01.2003