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Freitag, 21. November 2008

  
 

Warum denn nur dieses brutale Einschreiten?

Zu den Vorfällen am Match YB - FC Luzern vom letzten Sonntag

 

In den letzten Wochen und Monaten waren immer wieder bedenkliche Meldungen über die Tätigkeiten privater Sicherheitsdienste in der Zeitung zu lesen. Auf die verschiedenen Fälle von Spitzeldiensten von Securitas-Angestellten folgte als trauriger Höhepunkt das gewaltsame Vorgehen beim Spiel YB gegen den FCL vom letzten Samstag. In einem Land, wo so viel Wert auf die Tradition von Freiheit und Demokratie gelegt wird, ist es für mich nicht nachvollziehbar, dass ein Transparent mit einer politischen Botschaft genug Legitimation für solch ein brutales Vorgehen gegen sonst friedliche Fans sein soll. Wenn der FCL im Moment jeweils bei den Heimspielen über die Lautsprecheranlage für ein Ja zur Stadionabstimmung vom 30. November wirbt, wird das genauso wenig kritisiert, wie als vor Jahren die Schweizer Nationalmannschaft mit einem Transparent gegen die Atomtests in Frankreich protestierte. Warum dann das brutale Einschreiten am letzten Sonntag?

Fakt ist, das die FCL-Fans mit ihrem Transparent für das Referendum gegen den Beitritt des Kantons Luzern zum so genannten Hooligan-Konkordat werben wollten. In diesem Konkordat werden auch die privaten Sicherheitsdienste erwähnt. Die Strafmassnahmen, welche das Konkordat vorsieht (Rayonverbote, Ausreisesperren, Polizeimeldepflicht usw.), können aufgrund von Aussagen privater Sicherheitsleute verhängt werden. Im Gegenzug liefert die Polizei den privaten Sicherheitsdiensten die Einträge über Personen in ihren Datenbanken. Was für ein Gewinn für die kantonale Sicherheit soll dieses Konkordat sein, wenn die Leute, welche am Samstag mit Schlagstöcken auf friedliche Fans einschlugen, in Zukunft entscheiden dürfen, wer gewalttätig ist und wer nicht? Statt solch fragwürdige Konkordate zu beschliessen, würde der bürgerliche Kantonsrat besser daran tun, die fehlenden Stellen bei der Kantonspolizei zu finanzieren.

Daniel Gähwiler, Luzern