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Sonntag, 05. Dezember 2004

Bildung darf kein Privileg der Reichen sein!

Die Juso muss auf die irreführenden Aussagen der Regierung reagieren. Dass die Initiative zu Mehrkosten führen würde ist unumstritten. Diese Mehrkosten muss man jedoch im Zusammenhang mit dem Kahlschlag im Stipendienwesen sehen, den die Luzerner Regierung 1998 gemacht hat. Damals wurden 65% der Stipendienausgaben zusammengestrichen. Ein fataler Fehler, wenn man bedenkt, dass Bildung der einzige Schweizer Rohstoff ist. Hier vergangene Fehler wieder gut zu machen ist sinnvoll und nötig. Denn das neue Stipendiengesetz ist hier völlig unzureichend. Die Kritik der Regierung an den drei Forderungen ist irreführend bis falsch.
1. Es kann doch nicht "allgemein positiv empfunden" werden, wenn Kinder von armen Familien schon auf Gymnasialstufe verschuldet werden. Es kann niemandem zugemutet werden mit so einer Bürde die Erstausbildung abzuschliessen, kommt noch dazu, dass man nur mit der Matura noch nicht wirklich einen Beruf ausüben kann.
2. Bei der Berechnung der Höhe des Stipendiums, benötigt man den Faktor der Lebenshaltungskosten. Der Kanton operiert hier mit völlig unrealistischen Zahlen. Die Initiative fordert, dass zu Berechnung die Lebenshaltungskosten der Skos (Schweizerische Konferenz für Sozialhilfe) genommen wird. Es ist doch irreführend wenn die Regierung dann sagt sei nicht Aufgabe des Stipendienwesen Existenzsicherung zu betreiben. Denn das würde die Initiative auch nicht bewirken. Es geht nur um die Berechnung der Stipendienhöhe. Nicht um irgendeine zusätzliche Sozialleistung.
3. Das heutige Stipendienwesen benachteiligt Kinder von Eltern mit geringem Einkommen. Denn nur das Vermögen nicht aber das Einkommen lässt sich bei der Berechnung der Stipendienhöhe abziehen. Das ist doch ungerecht! Denn Leute mit geringem Einkommen haben selten ein Vermögen.
Die Initiative stellt keine überrissenen Forderungen. Sie ist sehr moderat und würde den Kanton Luzern nur ins schweizerische Mittelfeld führen. Mit ihr würde aber erreicht, dass auch Kinder von weniger gut situierten Familien die gleichen Chancen auf gute Bildung erhalten, denn die soll nicht eine Frage des Reichtums der Eltern sein. Unsere Forderung ist schlicht und sollte eigentlich selbstverständlich sein: Bildung für alle!
David Roth, 5.12.04