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Donnerstag, 13. Juni 2002

Glaube nur der eigenen Statistik

In dem genannten Artikel dieser Zeitung über das neue Stipendiengesetz ist zu lesen, dass der Kanton Luzern damit ins Schweizer Mittelfeld bezüglich Stipendien vorrücken wird. So ähnlich wird dies auch in der regierungsrätlichen Botschaft suggeriert. Als Beleg dafür werden darin zwei Grafiken aus einer Studie der Interkantonalen Stipendienberater-Konferenz mit einem Vergleich der durchschnittlichen Jahresstipendien verschiedener Kantone aufgeführt. Luzern befindet sich hierbei knapp unter dem Schweizer Mittel. Nun ist es keine neue Erkenntnis, dass man nur jenen Statistiken glauben darf, welche man selber gefälscht oder beschönigt hat. Es ist nämlich wenig relevant, wie hoch ein durchschnittliches Jahresstipendium ist. Da Stipendien nicht nach dem Giesskannenprinzip ausgerichtet werden, sondern nur der Fehlbetrag von Minderbemittelten gedeckt wird, brauchen nicht alle Bezüger gleich viel Geld. Viel aussagekräftiger ist die ausgeschüttete Stipendiensumme pro Kopf der Luzerner Bevölkerung oder gemessen am hiesigen Volkseinkommen. Hier befindet sich Luzern dann auch im schweizweiten Vergleich auf dem zweitletzten Platz und würde mit der geplanten Verbesserung ganze zwei Plätze vorrücken. Die entsprechenden Daten dazu befinden sich auf der gleichen Seite der Studie wie die von der Regierung verwendeten Grafiken. Offenbar ist es aber zu beschämend zuzugeben, wie schlecht der Kanton auch nach der Stipendiengesetzrevision immer noch dasteht.

Marcel Budmiger, Juso Luzern

Quelle: Neue Luzerner Zeitung, 13.06.2002