Freitag, 06. September 2002
Humanitäre Schweiz: Taten statt Worte
Zur Abstimmung vom 22. September über die GoldinitiativeEs waren die Gegner der Solidaritätsstiftung, welche bei der Lancierung dieser Idee die humanitäre Vergangenheit der Schweiz beschworen und propagierten, dass man sich deshalb nicht erpressen lassen dürfe. Als Mitglied der jüngeren Generation kenne ich die angebliche humanitäre Tradition nur aus den Geschichtsbüchern und Erzählungen der Grosseltern. In den letzten Jahren habe ich keine grossen humanitären Taten unseres Landes bemerkt. Die Schweiz zeigt sich nicht gerade solidarisch mit den Ländern des Südens, und dank des Bankgeheimnisses haben Steuerbetrüger aus aller Welt ihr Geld bei uns deponiert.
Innerhalb der Schweiz sieht es nicht besser aus. Die bürgerliche Mehrheit verordnet uns unsoziale Kopfprämien bei den Krankenkassen, Rentenabbau bei der zweiten Säule und die Abschaffung des Solidaritätsbeitrages der Vielverdiener bei der Arbeitslosenversicherung.
Die junge Generation möchte Tatbeweise für die humanitäre Tradition der Schweiz miterleben und nicht immer nur schöne Worte aus der Vergangenheit hören. Zeigen wir uns solidarisch mit unseren Mitmenschen ausserhalb und auch in der Schweiz. Sagen wir Ja zur Solidaritätsstiftung. Davon profitieren nämlich auch die Kantone und die AHV.
Marcel Budmiger, Luzern
Quelle: Neue Luzerner Zeitung, 06.09.2002