Montag, 29. März 2004
Sieg lässt SP mächtig strahlen
Freude herrschte an der Wahlfeier der SP im Hotel Anker. Und vielleicht auch etwas Übermut: Urs W. Studer boten die Genossen gleich einen Beitritt an.Der Star des Abends ist eindeutig Lathan Suntharalingam, eingebürgerter Tamile und seit ein paar Stunden zweitjüngstes Mitglied des Grossen Stadtrates. Auf der SP-Liste erzielte er nach Gaby Schmidt das zweitbeste Ergebnis. Tosender Applaus empfängt ihn im grossen Saal des Hotel Ankers, und immer wieder will ihm jemand gratulieren und auf die Schultern klopfen.
Auch sonst sieht man an den langen Tischen nur strahlende Gesichter, rund hundert Leute sind gekommen, um den Sieg der SP zu feiern. Die Kandidaten erhalten Blumen und Pasta-Sauce al arrabiata, überall wird gelacht, "sensationell" und "grossartig" sind viel gehörte Worte.
Enttäuschte Jusos
Nur die Jungsozialisten plagt ein bisschen der Katzenjammer: "Es wäre halt schön gewesen, wenn für uns auch ein Sitz abgefallen wäre", meint Juso-Kandidat Marcel Budmiger, während auf der Bühne das Duo Gina und Fabienne auftritt. Den Jungen Grünen neidet man ihren Erfolg ein wenig: "Aber wenigstens ist jemand Junges und Linkes gewählt worden." Trotzdem haben sie vor, weiterzumachen: "Denn Ideen hätten wir viele gehabt."Unterdessen ist Stadtpräsident Urs W. Studer eingetroffen und posiert mit seiner Kollegin Ursula Stämmer für die Fotografen. Markus T. Schmid, Präsident der SP Stadt, macht dem Parteilosen auch gleich das Angebot, in die SP einzutreten. Studer bleibt ihm die Antwort schuldig, gratuliert stattdessen der "aufgestellten und erfolgreichen" SP zu ihrem Wahlsieg und bedankt sich für die breite Unterstützung. Auch Ursula Stämmer ist mit dem Tag voll zufrieden: "Die Sitzgewinne sind sensationell und bedeuten für mich natürlich einen grossartigen Rückhalt im Parlament." Als die Resultate aus den übrigen Luzerner Gemeinden verlesen werden, bricht im Saal erneuter Jubel aus, vor allem über die Ergebnisse aus Adligenswil freuen sich die Genossen und Genossinnen.
Brückenbauer zu Migranten
Lathan Suntharalingam ist bereits wieder auf dem Sprung: Noch schnell bei den Grünen im "Neustädtli" will er vorbei und dann kurz ins Spital, wo der 29-Jährige als Krankenpfleger arbeitet. Sein ausgezeichnetes Resultat versteht er als Anerkennung: "Ich habe mich schon immer engagiert, sei es in Projekten mit dem Jugendparlament oder der Pfadi, sei es in verschiedenen Migrantenvereinen." Die Migranten will er auch in der Politik vertreten: "Immerhin sind das 20 Prozent der Schweizer Bevölkerung. Ich möchte als Brückenbauer zwischen den Kulturen wirken." Aber auch für andere sozial benachteiligte Gruppen wird er sich einsetzen.Doch jetzt werde erst einmal kräftig gefeiert, meint Lathan erstaunlich gelassen, nimmt noch die letzten Umarmungen und Glückwünsche entgegen und macht sich auf den Weg.
VON Luzia Vetterli
Quelle: Neue Luzerner Zeitung, 29.03.2004