Mittwoch, 29. April 2009
Rekord: 224 Littauer und Luzerner wollen einen der 48 Plätze im Stadtparlament
224 Personen wollen einen Sitz im Stadtparlament erobern. Der Frauenanteil liegt bei rund einem Drittel. 44 Kandidaten wohnen in Littau, 180 in Luzern.
Von Ruth Schneider
Es ist eine doppelte Premiere: Erstmals wählen die Littauer und die Stadtluzerner Stimmberechtigten das Parlament und den Stadtrat für die ab 1. Januar 2010 vereinigte grössere Stadt. Und noch nie kämpften so viele, nämlich 224 Kandidaten, um die 48 Sitze im Luzerner Stadtparlament. Zum Vergleich: Bei den letzten Wahlen im Jahr 2004 waren es in der Stadt Luzern 144 Kandidaten für den Grossen Stadtrat und in Littau 54 Kandidaten für den Einwohnerrat (30 Sitze).
Starke Littauer Abordnung
Die Littauerinnen und Littauer sind bei den Wahlen am 14. Juni gut vertreten: Sie stellen insgesamt 44 Kandidatinnen und Kandidaten. Nur zwei Parteien, nämlich die FDP und die SVP, treten mit je einer separaten Liste für Littau und Luzern an, die jeweils durch Listenverbindung miteinander verbunden sind. Ein kleines Extra bei der SVP: Auf der Stadtliste kandidieren auch zwei Littauer, und zwar der ehemalige Littauer Gemeindeammann Josef Schärli und der bisherige Einwohnerrat Daniel Erni. Die anderen Parteien haben gemischte Littau-Luzern-Listen. Die SP führt die Littauer auf ihrer Liste zuoberst auf.
Weniger Frauen als 2004
Die Parteien haben in den letzten Wochen betont, dass sie sich eine starke Vertretung des neuen Stadtteils Littau im Stadtparlament wünschen. Ob das mit getrennten Listen tatsächlich besser gelingt, ist unter «Politfüchsen» strittig. Ausschlaggebender für eine starke Littauer Abordnung könnte sein, dass immerhin 19 bisherige Einwohnerrätinnen und Einwohnerräte sich zur Wahl stellen, plus Gemeindepräsident Josef Wicki. In Luzern treten 37 bisherige Grossstadträte wieder an.
76 Kandidierende sind Frauen, 148 Männer. Die Frauen stellen somit knapp einen Drittel aller Kandidaten. Rückblick: 2004 kandidierten 39 Prozent Frauen. Gewählt wurden dann übrigens 19 Frauen, also knapp 40 Prozent aller Gewählten.
SP und Grüne sind traditionell die Parteien mit den meisten Frauenkandidaturen. Bei den Grünen kandidieren 16 Frauen und 15 Männer, bei der SP 16 Frauen und 18 Männer. Auffallend tiefe Frauenanteile sind bei den Listen von SVP und FDP festzustellen: Bei der SVP Stadt Luzern kandidiert eine einzige Frau, bei der SVP Littau sind es 2 Frauen. FDP Stadt Luzern: 4 Frauen, FDP Littau: 2 Frauen.
Die Jungen kommen
Wer sagt, Junge interessierten sich wenig für Politik, liegt bei diesen Wahlen falsch. Die zahlenmässig grösste Liste dieser Wahlen stellen die Juso-plus mit 35 Personen; sie haben also sogar einen Kandidaten mehr als die SP-Liste (34 Kandidaten). Bei den Jungparteien folgen die Jungen Grünen mit 10 Kandidaten, die Junge CVP mit 7. Die Junge CVP hatte übrigens 2004 keine eigene Liste. Auch die Kandidierenden der Secondas-plus sind mehrheitlich Junge. Auf der anderen Seite der Altersskala gibt es ebenfalls eine spezielle Liste, nämlich jene des Überparteilichen Komitees Aktive Senioren (Listenverbindung mit der SVP). Die drei jüngsten Kandidaten dieser Wahlen am 14. Juni sind 18 Jahre jung, die zwei ältesten zählen 72 Jahre.
Grünliberale erstmals dabei
Die Grünliberalen treten in der Stadt Luzern erstmals zu den Wahlen an, und zwar mit 21 Kandidaten. Ihr ambitiöses Ziel sind drei bis fünf Sitze. Neu kandidiert auch die Gruppierung Parteilose für Transparenz (Patras), die 2007 bei den Kantonsratswahlen keinen Sitz erzielte. Nicht mehr dabei ist die CHance 21, deren bisheriger einziger Vertreter bereits im März 2009 seinen sofortigen Rücktritt erklärt hatte.
Quelle: Neue LZ, 29.04.2009