Montag, 15. Juni 2009
CVP-Sitz ist schon fast im Trockenen
Ein Stadtratssitz ist noch frei. Stefan Roth (CVP) aus Littau hat die besten Karten. SVP-Herausforderer René Kuhn landete gestern auf dem letzten Platz.
Von Ruth Schneider
Erst am Mittwochabend entscheidet die CVP-Mitgliederversammlung, wen sie in den zweiten Wahlgang für den einzigen noch freien Stadtratssitz schickt. Doch zweifelte gestern niemand daran, dass es der Favorit sein wird: Der Littauer Gemeindeammann Stefan Roth hat die Wahl nur um 96 Stimmen unter dem absoluten Mehr verpasst (siehe Tabelle). Roth ist zufrieden: «Mein Ziel war stets eine gute Ausgangslage für den zweiten Wahlgang. Das ist klar gelungen.» Als Nichtluzerner und bei insgesamt neun Kandidaten habe er nicht mit einer Wahl auf Anhieb rechnen können. Für CVP-Präsident Ludwig Deicher persönlich ist es «keine Frage, wir kommen wieder mit Stefan Roth». Die CVP erhoffe sich Unterstützung von der FDP sowie von SP und Grünen, deren Stadträte ja bereits gewählt seien.
FDP klar für Roth
Um die Unterstützung durch die FDP muss sich Deicher keine Sorgen machen. «Das ist eine klare Sache», sagt FDP-Präsidentin Trudi Bissig. Denn die CVP habe schliesslich FDP-Stadtrat Kurt Bieder auch auf ihre Stadtratsliste genommen. Offiziell beschliessen muss das die FDP-Geschäftsleitung.
Trifft bis Donnerstag 12 Uhr bei der Stadtkanzlei nur ein einziger Wahlvorschlag ein, so gilt der betreffende Kandidat als gewählt. Gibt es mehr als einen Kandidaten, so findet die Wahl am 27. September statt.
Letzteres könnte eintreffen, obschon die vier weiteren Nichtgewählten klar hinter Stefan Roth zurückliegen. SVP-Präsident und Herausforderer René Kuhn räumt zwar ein: «Ja, dass ich das schlechteste Resultat gemacht habe, ist enttäuschend.» Er hätte sich Platz 7 vor den beiden linken Jung-Kandidaten gewünscht. Sein schlechtes Abschneiden habe zwei Gründe: erstens die tiefe Stimmbeteiligung und zweitens, «dass ich schliesslich allein auf unserer Liste stand». Wenn die Partei es wolle, trete er nochmals an.
SVP-Entscheid heute Montag
Über eine nochmalige Kandidatur der SVP entscheidet die Parteileitung heute Montagabend. Der zweite Nichtgewählte, der Lust auf einen zweiten Wahlgang zeigt, ist David Roth (24) von den Juso, gestern auf Platz 8 von 9. «Ich bin sehr zufrieden mit meinem Resultat. Es zeigt, dass die Wähler einem Juso eher ein Exekutivamt zutrauen als der SVP.» David Roth fände es richtig, wenn im zweiten Wahlgang «jemand antreten würde, der die Stadt nicht kaputtsparen will. In der CVP gäbe es ja auch andere Leute als Stefan Roth.» Auch die Frage einer linken Kandidatur stelle sich.
Stefanie Wyss (Junge Grüne, 22-jährig), deutlich vor David Roth platziert, freut sich über ihr gutes Resultat. «Das ist ein Zeichen, dass die Wähler junge Leute und Frauen im Stadtrat wollen.» Eine nochmalige Kandidatur sähe sie «nur, wenn die Chancen gut wären».
Stocker überlegt sichs
SP und Grüne analysieren die Wahlen heute Abend und treffen weitere Entscheide. Noch unentschieden war gestern der Parteilose Beat Stocker aus Littau. Er werde das Gespräch mit anderen Parteien suchen, sich mit seinem Umfeld beraten und dann entscheiden.
Quelle: Neue LZ, 15.06.2009