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Dienstag, 30. Juni 2009

FDP-Video erhitzt die Gemüter


Bereits kursieren mehrere manipulierte Videos eines Grossstadtratskandidaten der FDP im Internet. Die Juso wehren sich gegen die happigen Vorwürfe der FDP.

Von Stefan Schütz

Die Jungsozialisten hätten ein Wahlkampfvideo auf die Internetplattform Youtube gestellt und beleidigende Kommentare darunter platziert. Dies wirft Trudi Bissig, Präsidentin der Stadtluzerner FDP, den Juso in der «Zentralschweiz am Sonntag» vor. Deren Präsident David Roth wehrt sich nun.
«Wir haben drei Videos von FDP-Kandidaten unverändert von deren Homepage übernommen und auf Youtube gestellt», so Roth. Verändert worden sei keines der Videos von Juso-Mitgliedern, auch nicht jenes von Marco Fischer. Dessen hohe Stimme und die etwas unbedarften Äusserungen haben zu kränkenden Kommentaren auf der Videoplattform geführt. Roth: «Nach zwölf Stunden haben sich rund 300 Personen das Video angeschaut und wir haben es wieder gelöscht.» Die FDP habe das Video noch Wochen auf der FDP-Homepage belassen.
Die FDP-Präsidentin ist trotzdem sauer: «Wer sich wie die Juso derart für den Persönlichkeitsschutz stark macht und beispielsweise die Videoüberwachung ablehnt, sollte umsichtiger mit solchen Filmen umgehen.» Roth sieht hier kein Problem: «Wieso schaltet die FDP ein Video auf ihre Homepage, das dann niemand sehen darf?», fragt er. Die FDP-Videos seien vom «Tages-Anzeiger» thematisiert worden. Danach hätten Internetbenutzer das Video verbreitet - auch die veränderte Version, in welcher der FDP-Kandidat mit dem Körper eines amerikanischen Präsidenten auftritt. «Das waren nicht wir», stellt Roth klar.
Trudi Bissig: «Ich nehme an, dass das Video von den Jungsozialisten manipuliert wurde», sagt sie. Beweise habe sie nicht. Bissig ist sich bewusst, nicht das glücklichste Händchen bei der Erstellung der Filme gehabt zu haben. «Wir haben Fehler gemacht und daraus gelernt.» Man sei sich nicht bewusst gewesen, dass das Bildmaterial auf der eigenen Homepage zu «Freiwild» werden könnte. Nun fragt sich Bissig, ob die FDP künftig auf Videowerbung verzichten wolle.
Im österreichischen Fernsehen
Das Video schlägt jetzt sogar Wellen im Ausland: Laut «Blick Online» wurde es in der österreichischen Satire-Sendung «Willkommen Österreich» gezeigt. Die TV-Moderatoren präsentierten dort zuerst den nicht allzu redegewandten FPÖ-Politiker Karl Schwab und dann Fischer. Von ihm, so meinten sie, könnten sich «einige österreichische Politiker in Sachen Charisma und Redefähigkeit ein Scheibchen abschneiden». Das Fischer-Video zog im Studio schallendes Gelächter nach sich. Auf YouTube erfreut es sich grösster Beliebtheit: Fast 23 000-mal wurde es bereits angeklickt.

Quelle: Neue LZ, 30.6.09