Freitag, 13. November 2009
SP will Hilfe für Alternativkultur
Die Luzerner SP-Fraktion fordert die Stadt dazu auf, nicht nur die elitäre, sondern auch die alternative Kultur zu unterstützen - und sie hat auch schon konkrete Ideen.
Von Daniel Schriber
Es scheint so, als führe in Luzern in kultureller Hinsicht derzeit nichts an der Salle Modulable vorbei. Eine Entwicklung, die der städtischen SP-Fraktion nicht passt. Deshalb haben sich die Sozialdemokraten Dominik Durrer, Luzia Vetterli und David Roth nun mit einem Dringlichen Postulat an den Stadtrat gewandt. «Wir stellen fest, dass andere Sparten des Kulturbetriebs nicht auf eine ähnlich wohlwollende Betreuung durch die Stadt zählen können wie die Salle Modulable», heisst es in dem Schreiben. Betroffen seien insbesondere Kulturbetriebe, die ein jüngeres und weniger zahlungskräftiges Publikum anziehen. Konkret: Durch die geplante Frigorex-Überbauung, von der unter anderem das Théâtre la Fourmi, das Vasco da Gama und die Kunsthalle betroffen sind, werde die Existenz wichtiger alternativer Kulturbetriebe bedroht.
Hilfe für «obdachlose» Betriebe
«Der vom Stadtrat propagierte Kulturkompromiss ist gefährdet», sagt Postulant Dominik Durrer. «Diese Entwicklung beunruhigt uns sehr.» In ihrem Postulat fordert die SP den Stadtrat dazu auf, auch der alternativen Kultur personelle und finanzielle Ressourcen zur Verfügung zu stellen - insbesondere für die Betriebe, die durch den Abbruch der Frigorex-Halle obdachlos werden.
Worin Durrer keine Lösung sieht, ist die Verlegung der Lokale in die Agglomeration oder die Aussenquartiere, wie in der jüngsten Vergangenheit aus diversen Kreisen zu vernehmen war. «Es kann nicht sein, dass gut funktionierende Betriebe einfach in die Peripherie abgedrängt werden.» Die SP ist davon überzeugt, dass es auch im Stadtzentrum noch Platz für «andere» Kultur gibt. Als konkretes Beispiel nennt Durrer die Industriestrasse, nahe dem EWL. Eine Ecke der Stadt, die sich Kultur gewöhnt sei. Weiter glaubt der Grossstadtrat, dass das Frigorex-Areal als Standort für Kultur nicht definitiv passé ist. Er fordert die Stadt dazu auf, diesbezüglich das Gespräch mit Grundeigentümer Jost Schumacher zu suchen. Bei der Stadt wollte man gestern zum Postulat noch keine Stellung nehmen.
Übrigens: Dass das Thema die breite Bevölkerung interessiert, zeigt sich auch im Internet. Schon rund 1300 Leute sind der Gruppe «Gegen Frigorex-Überbauung» auf Facebook beigetreten.
Frigorex feiert Jubiläum
Ungeachtet der politischen Entwicklung herrscht im Club Vasco Da Gama Feierstimmung. Dieses Wochenende wird das 10-jährige Bestehen des Lokals zelebriert. Auf dem Programm stehen diverse Konzerte und Diner-Partys. «Trotz der ungewissen Zukunft wollen wir unseren Geburtstag ausgelassen feiern», sagt Mitveranstalter Pit Furrer.
Quelle: Neue LZ, 13.11.2009